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Fokus: „Arabischer Frühling“ – ein Bericht über das Berliner Alumni-Treffen, 5. – 9. Oktober 2011

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Alumni Treffen 2011
Alumni Treffen 2011

Wie positioniert sich die deutsche und europäische Außenpolitik gegenüber den jüngsten Entwicklungen in der arabischen Welt? Welche neuen Herausforderungen und Chancen sehen Vertreter führender deutscher Think Tanks für die demokratische Zukunft in der arabischen Welt und wie steht es derzeit um die wirtschaftliche Kooperation mit Nordafrika und den Golfstaaten? Wo können und sollten wir helfen? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines viertägigen „Alumni-Treffens“ von 32 Diplomaten aus dem Nahen Osten und Nordafrika, die während der vergangenen 10 Jahre an den vom Auswärtigen Amt organisierten Fortbildungs-Seminaren teilgenommen hatten. Die Teilnehmer reisten nicht nur aus ihren Heimatländern an, sondern auch von entlegenen Dienstposten wie Seoul und Kuala Lumpur.

 

Den Auftakt des Alumni-Treffens bildete ein Empfang im Internationalen Club, zu dem Botschafter der betroffenen Länder sowie zahlreiche Experten für die Region des Nahen Ostens und Nordafrika aus Außenpolitik, Wissenschaft und Medien zusammentrafen. Matthias Fischer, Leiter der Internationalen Diplomatenausbildung (1-DA) und Botschafter a.D. Folkmar Stoecker, Programmdirektor NMO, eröffneten dieses erste Alumni-Treffen für Diplomaten aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete über die Zielsetzung des Alumni-Treffens.

Der inhaltliche Teil begann mit einem Gedankenaustausch im Auswärtigen Amt. Mit Botschafter Ruge, dem Beauftragten für Nah- und Mittelostpolitik und Maghreb, Botschafter Kreft, dem Sonderbeauftragten für den Dialog zwischen den Kulturen, und dem stellvertretenden Leiter des Arbeitsstabs „Transformationspartnerschaften“, Michael Reuss, diskutierten die Teilnehmer angeregt über die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe, die der „Arabische Frühling“ in verschiedenen Teilen der arabischen Welt bislang angenommen hat. Darüber hinaus standen aktuelle Themen wie die außenpolitische Position Deutschlands und der EU zur Situation in Libyen und Palästina im Vordergrund der Debatte.

Eine besonders lebhafte – teilweise auch durchaus kontroverse - Diskussion ergab sich bei einem Zusammentreffen mit Professor Perthes, dem Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik. Im Vordergrund des Interesses stand die Perspektive zunehmender Mobilität im Mittelmeerraum sowie die Forderung nach Öffnung der europäischen Märkte für Fachkräfte und Waren aus Nordafrika. Um die Prioritäten der deutschen und europäischen Außenpolitik in der Region und insbesondere auch um die Rolle der NATO in Libyen ging es in der angeregten Diskussion in den Räumen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, die vom stellvertretenden geschäftsführenden Präsident, Botschafter von Maltzahn und seinem Expertenteam geleitet wurde.

Wie hat sich der „Arabische Frühling“ auf die wirtschaftliche Kooperation der EU mit Nordafrika und den Golfstaaten ausgewirkt? Vor welchen neuen Perspektiven und Herausforderungen stehen beide Seiten derzeit? In der Diskussion mit Clara Gruitrooy vom Vorstand der EMA (Euro-Mediterranean Association for Cooperation and Development e.V., Hamburg) und Holger Köhler, Mitglied des EMA-Beratungsgremiums, standen diese Fragen im Mittelpunkt.

Wenn das Alumni-Treffen in Berlin auch ganz im Zeichen der aktuellen Entwicklung der Nahostpolitik stand, so durfte doch die kulturelle Rolle und Ausstrahlung Berlins im Programm nicht fehlen. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die „Humboldt-Box“ erläuterte Manfred Rettig, Geschäftsführer der Stiftung „Berliner Schloss – Humboldtforum“ Vergangenheit und Perspektiven der künftigen Berliner Stadtmitte sowie Einzelheiten der baulichen und inhaltlichen Konzeption des geplanten Projektes. Ein Ausflug nach Potsdam – einschließlich der Besichtigung des Schlosses Cecilienhof – schloss das Programm ab.

2011 konnte das Auswärtige Amt hiermit Berufskolleginnen und –kollegen aus der arabischen Welt einladen. Das Alumni-Treffen 2012 wird als Schwerpunkt die Region Mittel- und Osteuropa haben. Für junge Diplomatinnen und Diplomaten aus Mittel- und Osteuropa hatte vor dann genau 20 Jahren der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Internationalen Diplomatenlehrgang gegründet.


 
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